Hannibal

Han­ni­bal… Dr. Han­ni­bal Lec­ter… Wer kennt ihn nicht, jenen armen Mann mit der har­ten Kind­heit, der so ger­ne Men­schen­fleisch ver­speist…

Tho­mas Har­ris hat vor kur­zer Zeit den drit­ten Teil die­ser ner­ven­auf­rei­ben­den Geschich­te ver­öf­fent­licht und für jeman­den wie mich, der äußerst sel­ten ein Buch in die Hand nimmt ist es schon etwas beson­de­res, ca. 530 Sei­ten inner­halb von 4 Tagen zu lesen, wohl eher zu ver­schlin­gen… Hor­ror in sei­ner abso­lut reins­ten Form. Ich gehö­re nicht zum lite­ra­ri­schen Quar­tett, und ich habe bereits des öfte­ren bemerkt, daß Deutsch mei­ne 1. Fremd­spra­che ist, aber ich will den­noch ver­su­chen, ein paar Wor­te zu die­sem Werk zu ver­lie­ren…

Auch wenn ich am liebs­ten direkt das Ende ver­ra­ten wür­de, was ich tun­lichst ver­mei­den wer­de, ich fin­de eh nicht die Wor­te, mit denen ich die Gefüh­le beschrei­ben könn­te, die die­ses Buch wie­der mal (nach “Der rote Dra­che” und “Das Schwei­gen der Läm­mer”) in mir hat auf­kom­men las­sen. Ich muß zuge­ben, ich habe nach dem letz­ten Abend sehr schlecht schla­fen kön­nen, und das pas­siert mir nicht ein­mal bei diver­sen Hor­ror­fil­men, obwohl ich eigent­lich extrem leicht auf Schock­ef­fek­te reagie­re. Mit Schock­ef­fek­ten hat die­ses Buch auch gar nichts gemein. Es ist die­se Art und Wei­se, mit der Har­ris aus drei Rich­tun­gen, sprich über die Geschich­te drei­er Haupt­cha­rak­te­re auf ein gro­ßes und voll­kom­men uner­war­te­te­tes Fina­le hin­ar­bei­tet. Es fällt leicht, sich in die­se Per­so­nen hin­ein­zu­ver­set­zen, in Ihre Gefüh­le, Wün­sche und Ängs­te, man erwischt sich immer wie­der dabei, aus der Posi­ti­on des unab­hän­gi­gen Betrach­ters in die Rol­len der Prot­ago­nis­ten schlüp­fen zu wol­len.

Ins­be­son­de­re ver­mag es Har­ris geschickt die Schwel­le zwi­schen Rea­li­tät und Fik­ti­on so flach zu hal­ten, daß der Leser oft ins Grü­beln dar­über gerät, ob er nun einen frei erfun­de­nen Roman oder einen Tat­sa­chen­be­richt vor sei­ne Augen hält, die übri­gens bald nicht mehr in der Lage sind, auch nur annä­hernd so schnell über die Zei­len zu flie­gen wie der geneig­te Leser den Fort­gang der Geschich­te erfah­ren möch­te…

Bla­bla­bla, ich kann nur sagen: KAUFEN UND GENIESSEN!!!

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