(tat)orte im NRW-Forum

http://www.nrw-forum.de/

Seit Mona­ten hat­te ich ja vor, mir die (tat)orte anzu­schau­en. Jetzt habe ich es doch noch recht­zei­tig geschafft, denn am Frei­tag um 24 Uhr ist die Aus­stel­lung zu Ende.

Was bekommt man gebo­ten?
Unzäh­li­ge, wenn auch im nach­hin­ein viel zu weni­ge, Foto­gra­fi­en von Tat­or­ten, auf­ge­teilt in vier Grup­pen (Drei Künst­ler [Wee­gee — the famous, Enri­que Met­i­ni­des, Arnold Oder­matt] und das Archiv des LAPD). Die Auf­nah­men stam­men aus der Zeit zwi­schen 1930 und den spä­ten sieb­zi­ger Jah­ren des 20. Jahr­hun­derts und sind dem­entspre­chend zum gröss­ten Teil schwarz­weiss.
Wäh­rend sich der Gross­teil der Auf­nah­men dar­auf beschränkt, lan­ge Zeit nach der eigent­li­chen “Tat” geschos­sen wor­den zu sein, so gibt es doch eini­ge Auf­nah­men, die durch die fast zeit­glei­che Ablich­tung eine bedrü­cken­de Atmo­sphä­re schaf­fen.

Lohnt es sich?
Die Fra­ge lässt sich natür­lich nur bedingt beant­wor­ten. Ob sich der Besuch lohnt ist zunächst ein­mal davon abhän­gig, wel­che Erwar­tungs­hal­tung man mit in die Aus­stel­lung bringt. Ist man auf der Suche nach Leid und Lei­chen, so ist man zwei­fels­oh­ne auf dem Weg durch das fal­sche Medi­um und soll­te bes­ser das Inter­net o.ä. zu Rate zie­hen. Wer aber sehen möch­te, wie nah bei­ein­an­der Kunst und “not­wen­di­ge Foto­gra­fie” sein kön­nen, dem sei die klei­ne Aus­stel­lung durch­aus emp­foh­len.

Per­sön­li­cher Ein­druck
Die meis­ten Fotos sind für mich “Schnapp­schüs­se”, was aber auch nicht wei­ter ver­wun­der­lich ist, denn sie sind halt aus dem Leben gegrif­fen und nicht gestellt. Die Foto­gra­fen waren zum rich­ti­gen Zeit­punkt am rich­ti­gen Ort, und das ist ver­mut­lich schon das gan­ze Geheim­nis, dazu noch eine Pri­se Mut, die gesell­schaft­li­chen Gren­zen zu über­schrei­ten und UnFäl­le aus nächs­ter Nähe auf Film zu ban­nen. Kei­nes der Bil­der wird (m)einem (lei­di­gen) Wunsch nach Per­fek­tio­nis­mus gerecht, Vignet­tie­run­gen und ande­re Bild­ver­zer­run­gen wer­den in die­sem Rah­men gedul­det, als zufäl­li­ges Stil­mit­tel betrach­tet, sogar als schön emp­fun­den. Gestört haben mich die Tex­te, die in den Aus­stel­lung­räu­men ver­teilt waren: für mich klan­gen sie zum Teil wie Pseu­do­ge­schwa­fel, ich erken­ne kei­ne Zusam­men­hän­ge zwi­schen den Bil­dern und Aus­sa­gen wie “Vie­le von Met­i­ni­des Moti­ven kön­nen mit Dar­stel­lungs­ty­pen der christ­li­chen Iko­no­gra­fie, etwa dem Kreu­zi­gungs­ges­tus, ver­gli­chen wer­den”. Ver­mut­lich bin ich nur zu blöd…

Zeit­auf­wand und Preis:
Ich, als Nicht-Kunst­ken­ner habe mich für mei­ne 5,50€ Ein­tritt ca. eine Stun­de “inten­siv” mit den Bil­dern beschäf­tigt. Sehr gut gefal­len hat mir aller­dings, zuge­ge­be­ner­mas­sen, das klei­ne Kiosk neben­an, wo es, neben dem obli­ga­to­ri­schen Aus­stel­lungs­füh­rer und Büchern zu den aus­ge­stell­ten Künst­lern, zahl­rei­che Bücher zum The­ma (digi­ta­le) Foto­gra­fie gab. Wer also Lust hat, kann sich ger­ne mei­nen Wunsch­zet­tel anschau­en, denn ich konn­te mir nicht alle Bücher, die mich inter­es­sie­ren, sofort holen… :]

Gib auch Du Deinen Senf dazu